Archive for 2015

29th November
2015
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Das ganze Jahr über beschäftigt sich die Frankfurter AfD, neben der Hetze gegen Geflüchtete, nur noch mit sich selbst. Die Mitglieder sind tief zerstritten und in zwei Lager um die Alpha-Tierchen Wilko Möller und Michael Katzke gespalten. Dabei geht es ausschließlich um persönliche Animositäten. Zum politischen Diskurs sind die rechten Populisten nicht in der Lage. Ihr Einfluss auf die Stadtpolitik blieb, trotz viertgrößter Fraktion mit 5 Mandaten, nicht messbar.Vorläufiger Kulminationspunkt war die Spaltung der AfD-Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung in eine Zweier-Fraktion mit Wilko Möller und Ute Spallek sowie eine Dreier-Fraktion mit Michael Katzke, Frank Nickel und Dr. Hartmut Händschke im Oktober. Diese Spaltung kostet dem Stadtsäckel mindestens 4.200 Euro jährlich für die Grundfinanzierung einer zusätzlichen Fraktion und einen weiteren Fraktionsvorsitzenden. Der AfD kostet sie Einfluss, denn sie verliert fast alle Sitze in Aufsichtsräten und weiteren Gremien. Am 3. Dezember wird die Stadtverordnetenversammlung auf Grund des veränderten Stärke-Verhältnisses der Fraktionen darüber entscheiden.
Die Katzke-Fraktion versuchte auf dem Landesparteitag der AfD am 21.November Wilko Möller aus seinen Ämtern im Landesvorstand und als Kreisverbandschef zu verdrängen. Andernfalls wolle seine Fraktion die Partei verlassen. Seither herrscht Schweigen zu diesem Thema. Auffällig ist nur, dass Katzke seit dem 26. November verstärkt Posts des früheren AfD-Chefs Bernd Lucke und seiner Parteineugründung ALFA teilt.
Am 29. November nun gibt die Möller-Fraktion auf Facebook den Austritt von Katzke, Nickel und Händschke aus der AfD an jenem 26. November bekannt. Die Ausgetretenen hüllen sich weiter in Schweigen. Der Rest-Stadtverband hingegen, der Möller gestern während einer Weihnachtsfeier [sic!] als Chef bestätigte, greift insbesondere Katzke in einem langen Text heftig an. Möller wirft ihm „intrigante Hybris-Ekstase“ vor und benennt die NPD-Kontakte, seines ehemaligen Partei Kollegen. Nachdem zuvor die Katzke-Fraktion ihrerseits Möller einen Rechtsruck und NS-Rhetorik vorwarf. Spannend hieran dürfte der Fakt sein, dass Katzke einen ehemaligen Personenschützer der NPD beschäftigt. Dabei dürfte es sich um Rocco Kilz handeln. Der gelernte Forstwirt gehörte Ende der 1990er Jahre, ebenso wie Katzke, der Frankfurter Neonaziszene um Jörg Hähnel an.
Die gegenseitige Beschuldigung der Rechtslastigkeit wirft ein bezeichnendes Licht auf die Chaos-Truppe am rechten Rand. Realpolitische Positionierung oder Auseinandersetzung findet nicht statt. Warum sich auch in komplexe politische Zusammenhänge einarbeiten, wenn man mit simpler Hetze gegen Geflüchtete viel leichter die Zustimmung eines Teils der Bevölkerung erzielen kann. Und in dieser simplen Hetze unterscheiden sich die beiden Frankfurter (Ex-) AfD-Fraktionen in keinem Deut. Jede Stimme für sie ist eine Stimme für politisch unfähige, persönlich zerstrittene und nur zu blindem Hass fähige Möchtegern-Volkstribune.

erschienen bei und verfasst von: invia1200

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6th November
2015
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An einer Straßenbahnhaltestelle werden drei türkischstämmige Männer von zwei anderen Männer zunächst rassistisch beleidigt und anschließend körperlich attackiert.

Quelle: Verfassungsschutzbericht Brandenburg 2015

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31st Oktober
2015
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Mit viel Getöse lud der Brandenburger Landesverband der AfD am 28. Oktober zu einer Saalveranstaltung nach Frankfurt (Oder). Die Stadt war im Wahljahr 2014 eine Hochburg der Partei, jetzt liegt die örtliche AfD in Trümmern. Die Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung hat sich gespalten. Keine einzige erwähnenswerte Aktivität ging von ihr aus. Das kam an diesem Abend natürlich nicht zur Sprache.

Nur 300 Besucher*innen verloren sich in der abgetrennten Hälfte der Brandenburghalle. Die meisten waren gekommen, um Landeschef Alexander Gauland zu huldigen. Der baute die Spannung geschickt auf und schickte zunächst zwei Adjutanten vor, die das Publikum eher langweilten:

Steffen Königer, angekündigt als »Asylpolitischer Sprecher« der AfD-Fraktion im Brandenburger Landtag, faselte von einer »Gesinnungsdiktatur«, die unsere offene Gesellschaft bedrohe. Er fügte hinzu, dass auch Extremisten von rechts das Flüchtlings-Thema benutzen würden und dabei die AfD als »Türöffner« benutzen wollten.

Andreas Kalbitz, Fraktionsvize, ging als nächster Redner nicht darauf ein. Erst vor 14 Tagen enthüllte der rbb, dass er Chef eines rechtsextremen »Kulturvereins« sei. Er malte ein Bild der Bedrohung durch Geflüchtete, die als »Völkerwanderung« über uns herfielen. Hauptsächlich junge, kräftig gebaute, alleinstehende Männer. Auf aktuelle Ereignisse eingehend meinte Kalbitz, »Gewalt sollte in keinem Fall Mittel der politischen Auseinandersetzung sein«. Er meinte damit allerdings ausschließlich angebliche Brandanschläge und Morddrohungen gegen Abgeordnete seiner Partei.

In zwei Fragerunden meldeten sich besorgte Bürger*innen nur zögerlich zu Wort. Nach Ermunterung durch den Moderator Steffen Kotré sorgte sich ein 79-jähriger Taxiunternehmer um neunjährige Mädchen hierzulande, die nun mit Glasscherben beschnitten würden. Ein Rentner aus Wiesenau beklagte, dass er im Radio englischsprachige Musik hören müsse. Ein Polizist aus Strausberg fürchtete sich davor, als Deutscher bald Minderheit im eigenen Land zu sein. Keiner Behauptung wurde vom Podium widersprochen. Eine Frankfurterin, die Stammgast auf rechten Veranstaltungen ist, malte Verschwörungstheorien an die Wand, unter anderem von der angeblichen Insouveränität Deutschlands. Über dieses Stöckchen sprang Gauland, sehr zu ihrer Verärgerung, allerdings nicht.

Dann endlich, nach über einer Stunde, trat der Star des Abends ans Mikrofon. AfD-Mitbegründer und Landeschef, Alexander Gauland. Gleich am Anfang seiner Rede tönte er: »Merkel muss weg«. Der erste frenetische Beifall des Abends war ihm sicher. Später setzte er drauf »Diese Frau hat einfach einen Vogel«. Nächste Beifallorgie. Wer an Merkels Stelle treten solle und was ohne sie wie anders laufen solle, erwähnte er nicht. Mit komplexeren Zusammenhängen wäre ein Großteil des Publikums freilich intellektuell überfordert gewesen. Merkels »wir schaffen das« wandelte er zu »wir schaffen diese Bundesregierung ab«. Frau Merkel hätte die »Flüchtlingsflut« selber ausgelöst.

Nach seinen polenfeindlichen Auftritten im Landtagswahlkampf 2014 lobte Gauland das Nachbarland nun dafür, dass es eine Regierung gewählt hätte, die keine Flüchtlinge aufnehmen will.

Das im Grundgesetz verankerte subjektive Grundrecht auf Asyl lehnt Gauland ab. Es müsse Obergrenzen geben und sofort einen Aufnahmestopp. Und er sprach sich erneut für einen Grenzzaun um Deutschland aus: »Ich will eine Grenze haben, gegenüber denjenigen, die hier nicht hergehören und die nicht zu uns kommen sollen«. Sichere der Staat unsere Grenzen nicht, brauchten auch wir keine Steuern oder Bußgelder im Straßenverkehr mehr zu bezahlen. Gleiches Recht für alle. Denn die Geflüchteten könnten kostenlos mit dem Zug durch Deutschland reisen und müssten auch im Supermarkt nicht bezahlen.

Rhetorisch geschickt spielte Gauland mit seinem Publikum. Vorurteile. Simple Lösungen. Beifallsheischend. »Wir wollen unser Deutschland, von Kiel bis Frankfurt (Oder), behalten, wie wir es von unseren Vätern geerbt haben. Wir wollen dieses Deutschland so behalten, wie es ist, und wir wollen daraus keine multikulturelle Zwangsgesellschaft machen«.

Sich weiter an Merkel abarbeitend, polterte Gauland: »Zeigen wir ein unfreundliches Gesicht, wenn es hilft, den Irrsinn ungesteuerter Zuwanderung zu stoppen«. Und er schloss nach einer knappen halben Stunde mit: »Wir sind das Volk, nicht die da oben, und nicht Frau Merkel«.

Zur Begründung seiner flüchtlingsfeindlichen Thesen zog Gauland abenteuerliche historische Vergleiche. Das römische Weltreich sei untergegangen, weil es nicht mehr kontrollieren konnte, wer so alles über den Limes kam. Und der Islam gehöre deshalb nicht zu Deutschland, weil in den Bildern der deutschen Museen kein Einfluss dieser Religion erkennbar sei.

Tosender Applaus in einer Sporthalle. Wenn Gauland schon lauter historisierende Vergleiche heranzieht – der Verfasser dieses Berichts fühlte sich immer wieder an die berühmte Sportpalast-Rede eines früheren Propaganda-Ministers erinnert.

Da war es eine Erlösung, zu sehen, dass am Ausgang der Halle ein mutiger junger Mann stand, der sich ein Pappschild mit der Aufschrift »Alle Menschen sind gleich« umgehängt hatte und den wüsten Beschimpfungen einiger Besucher*innen trotzte. Vor der Halle hatten junge Frauen ein flammendes Herz aus Teelichten gelegt. Auch in der Halle beklatschten nicht alle Zuhörer*innen die Hetzreden. Und viele Plätze blieben leer. So leer wie die Phrasen, die an diesem Abend durch die Halle schwirrten.

erschienen bei und verfasst von: invia1200

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24th Oktober
2015
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In Frankfurt (Oder) marschierten rund 20 vermummte Neonazis am 21.10.2015 um 19:00 Uhr mit Fackeln und Transpi durch Frankfurt (Oder). Sie versammelten sich in der Leipziger Straße und marschierten Richtung Bahnhofsstraße. Der unagemeldete Fackelmarsch löste sich auf, als sie auf die Polizei trafen.

Quelle: Pressestelle der Polizei

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21st Oktober
2015
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Am Abend wird die Eingangstür einer sich in Bau befindlichen Unterkunft für geflüchtete Familien durch einen Anschlag stark zerstört. Der oder die Täter_innen benutzten dafür vermutlich Feuerwerkskörper aus Polen. Die Detonation wurde in der gesamten nördlichen Innenstadt wahrgenommen. Verletzt wurde niemand.

Quelle: Opferperspektive

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19th Oktober
2015
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Während die AfD viele Demonstrationen in Deutschland im Rahmen ihrer Herbstoffensive organisiert, gehen in Frankfurt (Oder) die Fraktion und der Stadtverband laut krachen. Von den anhaltenden Spannungen haben wir schon hier und hier berichtet. Mitte Oktober war es dann soweit, dass Ute Spallek und Wilko Möller aus der AfD-Fraktion Frankfurt (Oder) ausgetreten sind sowie Dr. Händschke, Frank Nickel und Michael Katzke (Korth) aus dem AfD-Stadtverband Frankfurt (Oder) austraten.

Misstrauenserklärung & Veruntreute Fraktionsgelder?

In einem Antrag zur Entlassung Möller’s aus der AfD Fraktion Frankfurt(Oder)¹ heißt es u.a., dass der AfD Stadtverband Herrn Katzke das Vertrauen in der Stadtverordnetenversammlung entzieht. Weiterhin gibt es Unstimmigkeiten über das Fraktionskonto der AfD, über welches wohl Möller momentan allein verfügt und über dessen Geldwert keine Transparenz herrscht.

In einem Post des AfD Stadtverbandes², heißt es dagegen lediglich „Der Austritt begründet sich in unterschiedlichen und unüberbrückbaren Auffassungen zur politisch-kommunalen Arbeit…“

Was genau daran wahr ist, wird sich wohl nicht so einfach rekonstruieren lassen. Fakt dürfte jedoch sein, wenn die sich als Fraktion”zerreist”, hat die Stadtverwaltung einen mehr als berechtigten Anlass sich die Finanzen der Fraktion mal an zusehen.

No one like’s you…

Doch die Trennung vom Stadtverband dürfte so einfach nicht möglich sein. In einem Kommentar³ beklagt der Stadtverband das kein anderer Kreisverband Händschke, Nickel und Katzke haben will. Scheinbar sieht auch das Schiedsgericht vom Landesvorstand der AfD Brandenburg keine Wechsel in einen anderen Kreisverband vor.4

Nahmen wir anfangs noch an, der Stadtverband um Möller stünde für extremere Positionen als die Fraktion um Katzke, hat ich dieser Eindruck erledigt. Selbst die gemäßigt auftretende Fraktion des sich eloquent gebenden Katzke, teilt in letzter Zeit wieder täglich flüchtlingsfeindliche Posts auf deren Facebookseite.

Die wahren Gründe der Trennung scheinen daher im persönlichen Bereich zu liegen. Animalische Rivalitäten zweier Alpha-Tiere. Da nach wie vor kaum politische Arbeit stattfindet, können politische Gründe für das Zerwürfnis wohl ausgeschlossen werden. Das selbsternannte Geheul mit den Wölfen5 wird wohl weiter gehen, da nicht davon auszugehen ist, dass der Katzke Flügel als auch der Möller Flügel irgend wann mal eigene Ideen zur politischen Arbeit entwickeln wird.

Quellen

1) https://www.facebook.co/permalink.php?story_fbid=1692077471014969&id=1498905283665523&hc_location=ufi

2) https://www.facebook.com/ffoafd/posts/726741440792877

3) https://www.facebook.com/ffoafd/post/726741440792877?comment_id=726870800779941&offset=0&total_comments=7&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R5%22%7D

4) siehe Kommentar der Fraktion https://www.facebook.com/permalink.php?story_fbid=1692720634283986&id=1498905283665523&comment_id=1692744260948290&reply_comment_id=1692786634277386&total_comments=2&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R%22%7D

5) aus Kommentar des Stadtverbandes https://www.facebook.com/ffoafd/posts/726741440792877?comment_id=726870800779941&offset=0&total_comments=7&comment_tracking=%7B%22tn%22%3A%22R5%22%7D

alle eingesehen 19.10.15

erschienen bei und verfasst von: invia1200

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4th September
2015
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Ein Teil der bun­des­deut­schen Bevöl­ke­rung zeigt die­ser Tage wie­der das Gesicht des „besorg­ten“ Deut­schen, der sich um Heim, Fami­lie und sein Land sorgt und dabei Hass und Gewalt gegen Geflüch­tete und deren Unterstützer*innen rich­tet. So auch in Frank­furt (Oder), wo die von Neo­na­zis domi­nierte Gruppe „Frankfurt/Oder wehrt sich“ seit Januar bereits vier­mal auf Demons­tra­tio­nen und Kund­ge­bun­gen gegen deren Unter­brin­gung in der Stadt auf­mar­schierte. Einer der regel­mä­ßig an die­sen Ver­samm­lun­gen teil­nimmt und des öfte­ren dort als Red­ner auf­tritt ist der in Brieskow-Finkenheerd woh­nende Neo­nazi Björn Brusak.

Björn Brusak bewegt sich in ver­schie­de­nen extrem rech­ten Strö­mun­gen: Hier am 1. August 2015 in Dams­dorf bei einer Kund­ge­bung des „III. Weg“ als Ver­tre­ter der Euro­päi­schen Aktion. (Quelle: Pres­se­ser­vice Rathenow)

Björn Brusak bewegt sich in ver­schie­de­nen extrem rech­ten Strö­mun­gen: Hier am 1. August 2015 in Dams­dorf bei einer Kund­ge­bung des „III. Weg“ als Ver­tre­ter der Euro­päi­schen Aktion. (Quelle: Pres­se­ser­vice Rathenow)

Der Ton macht die Musik

Björn Brusak ist einigen Frankfurter*innen eher bekannt als Ehrenamtlicher des American Football-Vereins „Red Cocks“, in dem er bis mindestens 2013, u.a. als Jugendtrainer, aktiv war. Das er sich nebenbei politisch extrem recht orientierte zeigen seine Aktivitäten als Liedermacher. Zum ersten Mal als solcher auffällig geworden ist er am 9. August 2013 in der von Neonazis beliebten Frankfurter Eckkneipe „Die Bierbar“ in der Berliner Straße. Dort hatte er bei einem Geburtstagsabend volksverhetzende Lieder, u.a. der als kriminelle Vereinigung verbotenen Band „Landser“ und des Neonazi-Liedermachers Frank Rennicke, gespielt.[1] Die daraufhin eintreffende Polizei untersagte das Konzert und leitete ein Strafverfahren wegen Verstoß des § 130 StGB, sowie wegen Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen gem. § 86a StGB ein. Am 25. Februar 2015 musste er sich deswegen vor Gericht verantworten. Der Prozess wurde gegen eine Zahlung von 1.800 € eingestellt.[2] Doch nicht erst seit diesem Abend war bzw. ist der etwa 30jährige Brusak als extrem rechter Liedermacher aktiv. Unter dem User-Namen „MrBrusi86“ besitzt er seit dem 8. März 2012 einen Youtube-Channel.[3] Hier finden sich drei selbsterstellte Videos bzw. Songs von denen zwei auf der von den südafrikanischen Buren verwendeten Sprache Afrikaans. Das vermutlich selbstkomponierte Lied „Afrikaanse taal is pragtig en monumental“ stammt aus dem ebenfalls 2012 in Selbstproduktion erschienenen Album „Van Frankfurt toe Suid Afrika“.[4] Das er mit diesem Song bzw. Album Sympathien zum alten Südafrika der Apartheids-Ära hegt zeigt das im Youtube-Video zusehende Bild von Brusak mit Gitarre vor der ehemaligen Flagge des Landes, welche bis zum Ende des rassistischen Regimes 1994 die Nationalfahne darstellte. Afrikaans, welches heute noch einer der Nationalsprachen Südafrikas ist, hatte der selbstständige Versicherungsvertreiber und gelernte Beton- und Stahlbetonbauer vermutlich während seiner Zeit bei der Bundeswehr gelernt, wo er laut eigenen Aussage für die NATO aktiv war. Ein weiterer Blick auf die abonnierten Youtube-Kanäle zeigt seine Vorliebe für verschwörungstheoretische und neonazistische Beiträge.[5]

Seine Liebe zum Apart­heids­re­gime Süd­afri­kas drückt er in die­sem Video aus. Sein selbster­stell­tes Album „Van Frank­furt toe Suid Afrika“ erschien 2012. Im Video ist Brusak vor der alten Fahne Süd­afri­kas zu sehen… (Quelle: youtube.com)

Seine Liebe zum Apart­heids­re­gime Süd­afri­kas drückt er in die­sem Video aus. Sein selbster­stell­tes Album „Van Frank­furt toe Suid Afrika“ erschien 2012. Im Video ist Brusak vor der alten Fahne Süd­afri­kas zu sehen… (Quelle: youtube.com)

Seit August 2013 trat er bei zahlreichen neonazistischen Veranstaltungen auf. Ob bei Liederabenden der „Kameradschaft Kommando Werwolf“ oder auf Demonstrationen, u.a. bei einem rassistischen Aufmarsch am 16. April 2015 in Nauen.[6] Inzwischen ist Björn Brusak Gast bei zahlreichen Veranstaltungen der extrem Rechten. Eine besondere Verbindung hat er dabei auch zur neonazistischen Zeitung „Recht & Wahrheit“.

… hier dazu das Ver­gleichs­bild. (Quelle: facebook.com)

… hier dazu das Ver­gleichs­bild. (Quelle: facebook.com)

Mit der Braunen Elite per Du

Etwa zweimal jährlich finden die sogenannten „Lesertreffen“ der neonazistischen Zeitschrift „Recht & Wahrheit“ von Meinolf Schönborn statt. Diese Veranstaltungen gelten als „bundesweiter Treffpunkt für neonazistische Führungspersonen und als Schnittstelle der verschiedenen Generationen.“[7] Zu den regelmäßigen Referierenden gehört u.a. die Holocaustleugnerin Ursula Haverbeck. Die Tagung findet dabei jeweils im als bundesweit bekannten Szenetreffpunkt Hufhaus-Harzhöhe in Harztor-Ilfeld statt. Ein weiterer regelmäßiger Teilnehmer ist „Brusi“, der bei den vergangenen „Lesertreffen“, zuletzt vom 17. bis 19. April 2015,[8] für die musikalische Unterhaltung sorgte. Dahinter verbirgt sich, nicht unschwer zu erahnen, Björn Brusak. Das er dabei nicht nur als Liedermacher teilnahm, ist anzunehmen. Im Sommer 2014 tauchte die damals aktuelle Ausgabe von „Recht & Wahrheit“ in vereinzelten Frankfurter Briefkästen auf. Es ist auch hier anzunehmen, dass Björn Brusak dahinter steckt. Vom 25. bis zum 27. September 2015 findet das nächste „RuW-Lesertreffen“ im Harz statt. Auch diesmal wird „Brusi“ zugegen sein.[9]

In den Themen der „Recht & Wahrheit“ finden sich immer wieder verschwörungstheoretische und antisemitische Darstellungen. Diese finden sich auch in anderen Publikationen die Brusak gerne zu lesen scheint. Das in der Truther-Szene beliebte Buch „Die Jahrhundertlüge, die nur Insider kennen: erkennen erwachen verändern“ von Heiko Schrang empfiehlt Björn Brusak in einer Rezension auf amazon.de als „geniales Buch“, welches „unbedingt mehrmals zu lesen und auch zu erleben“ ist.[10] Auch eine andere, extrem rechte Gruppierung, der Brusak nahe steht verbreitet solche Inhalte.

Vom ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen Com­pactTV des Jür­gen Elsäs­sers bis zu einem Nordkorea-Kanal. Björn Brusak ver­folgt ver­schie­denste Inter­es­sen auf Youtube. (Quelle: youtube.com)

Vom ver­schwö­rungs­theo­re­ti­schen Com­pactTV des Jür­gen Elsäs­sers bis zu einem Nordkorea-Kanal. Björn Brusak ver­folgt ver­schie­denste Inter­es­sen auf Youtube. (Quelle: youtube.com)

Von Europäischer Aktion zum „III. Weg“

Die extrem rechte und antisemitische „Europäische Aktion“ (EA) ist eine kleine, etwa 2009 gegründete Gruppierung des Holocaustleugners Bernhard Schaub.[11] Auch in Brandenburg gibt es einen kleinen Ableger, der in der Vergangenheit jedoch kaum in Erscheinung trat. Ausnahme bildete die Beteiligung an den sogenannten Montagsmahnwachen von Lars Mährholz im vergangenen Jahr in Berlin durch mehr oder weniger bekannte Neonazis aus Brandenburg. Zu diesen gehörte auch Björn Brusak. Er baute Anfang 2014 einen Stützpunkt der EA in Frankfurt (Oder) auf und versuchte mittels kleiner Veranstaltungen und Gemeinschaftsabenden Mitglieder zu rekrutieren. Auf der Facebook-Seite des Frankfurter Ablegers wurden regelmäßig antiamerikanische und antisemitische Verschwörungstheorien verbreitet. Seit Anfang diesen Jahres verzeichnete die Seite bislang kaum neue Aktivitäten.

Vielmehr scheint sich die wichtigste Person der Brandenburger EA Björn Brusak an anderen extrem rechten Veranstaltungen zu beteiligen. Oft als Redner und Liedermacher.

Diese Aktivitäten intensivierte er seit Anfang diesen Jahres. Bei den neonazistischen Aufmärschen der Gruppierung „Frankfurt/Oder wehrt sich“ war er im Januar, Februar und Juli jeweils als Redner zu Gast.[12] Bei Kundgebungen der neonazistischen Partei „Der III. Weg“ am 1. August in Zossen und Damsdorf hetzte er ebenfalls gegen Geflüchtete und verbreitete seine Verschwörungstheorien.[13]

Sein eigenes asylfeindliches Projekt verfolgt er derzeit in seinem Heimatort. Am 18. Juli rief er unter dem Motto „Finkenheerd sagt Nein“ zu einer offenen Diskussionsrunde. Anlass war die anstehende Unterbringung von drei Flüchtlings-Familien. Hierzu hatte er lokale Politiker*innen eingeladen. Diese folgten dem Angebot jedoch nicht. Dafür sprachen neben Björn Brusak selbst auch der NPD-Landesvorsitzende Klaus Beier und die NPD-Aktivistin Manuela Kokott aus Markgrafpieske (Landkreis Oder-Spree). Beide begrüßte er vor Beginn der Veranstaltung freundschaftlich. Auch zahlreiche Anwohner*innen Finkenheerds nahmen an der Veranstaltung teil.[14]

Für den kommenden Samstag, den 5. September kündigte der umtriebige Neonazi Björn Brusak erneut eine offene Diskussionsrunde an. So wurden in Brieskow-Finkenheerd und den umliegenden Ortschaften Flyer verteilt die zwar auf den ersten Blick den Eindruck vermitteln sollen das es sich um eine Kundgebung für „besorgte Bürger*innen“ handelt. Jedoch ist aufgrund der Beteiligung Brusak’s der neonazistische Charakter nicht von der Hand zu weisen. Auch diesmal sind Kommunalpolitiker*innen eingeladen und es ist auch diesmal davon auszugehen, dass die NPD ans Mikrofon treten wird. Obwohl Brusak in der Vergangenheit betonte, dass es sich dabei um keine Neonazi-Veranstaltung handelt, ist sie genau das: Eine von einem Neonazi organisierte Kundgebung auf denen Neonazis sprechen. Der auf Dialog setzende Bürgermeister Frank Richter ließ bisher vermissen sich klar von der rassistischen Veranstaltung zu distanzieren. Er sei dabei besser beraten, wenn er keine Almosen von Befürworter*innen und Tonangeber*innen rassistischer Hetze anzunehmen. Zu diesen gehört in der Region Frankfurt (Oder) und dem Landkreis Oder-Spree zweifelsfrei Björn Brusak.

Quellen

[1] Vgl. antifaschistische recherchegruppe frankfurt (oder): Immer Ärger mit der Bierbar, https://recherchegruppeffo.noblogs.org/post/2013/09/08/immer-aerger-mit-der-bierbar/, 08.09.2013.
[2] Vgl. BorG Frankfurt (Oder): Doch mehr als ein Geburtstagsständchen, http://utopiaffo.blogsport.de/2015/02/27/doch-mehr-als-ein-geburtstagsstaendchen-rechter-liedermacher-muss-geldstrafe-zahlen/, 27.02.2015, eingesehen am 02.09.2015.
[3] Vgl. https://www.youtube.com/channel/UCIUsbdNOvBwcn_LuibnHjTA, eingesehen am 02.09.2015.
[4] Vgl. https://www.youtube.com/watch?v=HR487V2-SeA, eingesehen am 02.09.2015.
[5] Vgl. https://www.youtube.com/user/MrBrusi86/channels, eingesehen am 02.09.2015.
[6] Vgl. https://www.flickr.com/photos/presseservice_rathenow/17171605491/in/album-72157651588058969/, eingesehen am 02.09.2015.
[7] Vgl. antifaschistisches pressearchiv und bildungszentrum berlin e.v. (apabiz): „Die Deutsche Freiheitsbewegung e.V. (DDF)“, http://www.apabiz.de/archiv/material/Profile/DDF.htm, 1996, eingesehen am 02.09.2015.
[8] Vgl. Blick nach Rechts: Revisionistentreffen im Südharz, http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/revisionistentreffen-im-s-dharz, eingesehen am 2. September 2015.
[9] Vgl. Blick nach Rechts: Braunes Meeting im Südharz, http://www.bnr.de/artikel/aktuelle-meldungen/braunes-meeting-im-s-dharz, 27.03.2015, eingesehen am 02.09.2015.
[10] Vgl. Kundenrezension zu Die Jahrhundertlüge, http://www.amazon.de/review/RLO2GRXZUE08T, 22.07.2014, eingesehen am 02.09.2015.
[11] Vgl. Brandenburgische Landeszentrale für politische Bildung: Europäische Aktion, http://www.politische-bildung-brandenburg.de/node/9448, Juli 2013, eingesehen am 02.09.2015.
[12] Vgl. antifaschistische recherchegurppe frankfurt (oder): Der Aufstand der Ekelhaften, http://www.inforiot.de/der-aufstand-der-ekelhaften/, 06.02.2015 und „Frankfurt/Oder wehrt sich“ IV. Akt – inhaltsleerer und aggressiver, http://www.inforiot.de/frankfurtoder-wehrt-sich-iv-akt-inhaltsleerer-und-aggressiver/, 13.08.2015, sowie inforiot: Schweigsame Neonazis und lautstarke antifaschistische Demonstration, http://www.inforiot.de/frankfurt-oder-schweigsame-neonazis-und-lautstarke-antifaschistische-demonstration/, 14.02.2015, eingesehen am 02.09.2015.
[13] Vgl. Presseservice Rathenow: Proteste gegen Kundgebungstour des III. Weges, http://www.inforiot.de/zossendamsdorf-proteste-gegen-kundgebungstour-des-iii-weges/, 01.08.2015, eingesehen am 05.08.2015.
[14] Vgl. invia 1200: Brieskow-Finkenheerd: “Besorgte Bürger*innen” beklatschen Nazis, http://www.inforiot.de/brieskow-finkenheerd-besorgte-buergerinnen-beklatschen-nazis/, 19.07.2015, eingesehen am 02.09.2015.

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29th August
2015
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Etwa 14 Neonazis fallen während eines Fussballspiels des Müllroser SV durch neonazistische Gesänge und Beleidigungen auf. U.a. wurde der Müllroser Vereinspräsident antisemitisch beleidigt und das Deutschlandlied gesungen.
Die Gruppe trug dabei einheitliche T-Shirts mit deutlichen Bezügen zum Nationalsozialismus. Die Motive weisen auf eine geplante Hochzeit innerhalb der Gruppe hin.

Quelle: Verfassungsschutzbericht Brandenburg 2015

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22nd August
2015
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Eine Gruppe von Neonazis beleidigt drei mutmaßlich alternative Jugendliche. Als die drei Antifaschist_innen die Beleidigung entgegnen werden sie unvermittelt, u.a. mit einer Glasflasche, angegriffen. Mindestens zwei der Angegriffenen trugen dabei Verletzungen davon.

Quelle: Verfassungsschutzbericht Brandenburg 2015

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14th August
2015
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Im Lennépark attackieren am 07. August 2015 zwei offensichtlich betrunkene Männer einen Mann aus Gambia. Sie zeigten ihm den „Hitlergruß“ und beleidigten ihn anschließend rassistisch. Sie schlugen und traten ihn so heftig, dass der Betroffene mit Verletzungen an Kopf und Hand im Krankenhaus behandelt werden musste. Die beiden Tatverdächtigen wurden von der Polizei in Gewahrsam genommen.

Quelle: Opferperspektive

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