Posts Tagged ‘Naziladen’

15th Mai
2009
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Nachdem das umstrittene Geschäft “Rabennest” in der Dresdener Straße in Frankfurt (Oder) bereits am 18. April 2009 offiziell den Betrieb eingestellt hatte, ist seit Anfang Mai nun auch das komplette Ladengeschäft geräumt.

Obwohl der Laden schon offiziell geschlossen war, konnten noch weiter über einen telefonischen Kontakt zur Ladeninhaberin Kora Krupke, Waren der Marken Thor Steinar sowie Eric & Sons bezogen werden. Über eine im Schaufenster des Geschäfts ausgehangene Telefonnummer war es möglich kurzfristig einen Termin mit ihr zu vereinbaren. Am Telefon versicherte sie, dass der Ladenbetrieb weitergehe und das Geschäft nur vorübergehend geschlossen sei. Da nun die Ladenräume komplett leergeräumt sind, ist jedoch davon auszugehen, dass dies nicht der Fall ist.

Ob Kora Krupke oder mögliche GeschäftspartnerInnen, nach dem 3. gescheiterten Anlauf noch einmal versuchen werden, Nazikleidung an einem anderen Ort in der Stadt zu verkaufen, ist unbekannt. Dies gilt es weiter wachsam zu beobachten.

Bevor der Laden in die Dresdener Straße zog, war er bereits unter dem Namen “Nordic Company” am Bahnhof und in der Lindenstraße ansässig. Das Geschäft vertrieb vor allem Mode der rechten Marken Thor Steinar und Eric & Sons und war deshalb mehrfach in die Kritik geraten. Neben der antifaschistischen Recherchegruppe Frankfurt (Oder) hatten sich auch die Interessengemeinschaft Beresinchen und die Plattform gegen Rechts für eine Kündigung des Geschäfts eingesetzt.
Der Grund für die Aufgabe des Ladens ist derzeit unbekannt. In der Vergangenheit war es mehrfach zu Sachbeschädigungen an dem Geschäft gekommen.

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12th November
2008
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Rechter Szeneladen eröffnet in Ihrer Nachbarschaft

Was?
Leider müssen wir Sie hiermit darüber in Kenntnis setzen, dass in Ihrer unmittelbaren Umgebung ein Geschäft eröffnet das tief im rechten Milieu zu verorten ist. Das Ladengeschäft der Firma „Nordic Company Textilwaren“ in der Dresdener Straße 33 wird sich dadurch auszeichnen, dass sich sowohl Kundschaft als auch Personal aus Neonazis zusammensetzen.
Bereits am 7. September 2007 eröffnete das Geschäft in der Lindenstraße, zog aber im April 2008 an den Bahnhofsvorplatz. Auf Druck eines breiten Bündnisses aus antifaschistisch engagierten Gruppen und Personen des öffentlichen Lebens, wurde das Mietverhältnis zum 31. Juli aufgekündigt. An beiden bisherigen Standorten entwickelte sich der Laden als Kontakt- und Anlaufpunkt der rechten Szene. Nun streben die Betreiber nach einem dritten Versuch.

Wie?
Die Nordic Company (NC) ist ein Bekleidungsgeschäft, das ausschließlich zwei als extrem rechts bekannte und in Neonazikreisen beliebte Modemarken vertreibt. Zum einen „Thor Steinar“, eine Marke, die von Neonazis für Neonazis produziert wird. Zum anderen „Erik and Sons“; weniger bekannt, aber kein bisschen weniger neonazistisch. NC ist ein Geschäft, das nach Einschätzung der Besitzerin immerhin so gut läuft, dass es ganz auf eine nicht rechte Kundschaft verzichten kann. Nicht nur die lokale Neonaziszene, sondern auch die des Frankfurter Umlands, hat den Laden für sich entdeckt.

Wer?
Hinter NC stand und steht der Frankfurter Maik Wilke. Er sieht seinen Namen nur ungern in Verbindung mit dem Geschäft erwähnt, da er antifaschistisch engagierten Personen der Stadt kein Unbekannter ist. Offizielle Besitzerin des rechten Etablissements ist Kora Krupke. Geführt wurde der Laden von Maik Wilkes Lebensgefährtin Beatrice Schmidt. Auch die Söhne Wilkes sind aktive Rechte. Der ältere, Martin Wilke, ist ein stadtbekannter Hooligan des FFC Viktoria.

Was tun?
Durch breite Proteste ist es bereits gelungen, die Kündigung eines Mietverhältnisses der NC zu erreichen. Es gilt auch weiterhin am Protest gegen den Laden und der mit ihm einhergehende Etablierung rechten Gedankenguts festzuhalten. Ob in der Presse oder bei Behörden: Drücken Sie Ihren Unmut über die NC aus und bringen Sie Straftaten im Umfeld des Geschäfts unbedingt zur Anzeige um den Druck auf die Betreiber zu erhöhen.

Und dann?
Es muss betont werden, dass nicht der Laden das einzig wahre Problem ist, sondern Neonazis in und um Frankfurt (Oder), die mit NC nur einen weiteren Anlaufpunkt in Altberesinchen erhalten werden. Wir rufen alle Bürger_innen auf, couragiert und mit Ihren Mitteln gegen das Geschäft vorzugehen. Gemeinsam wird es uns gelingen den neonazistischen Umtrieben der NC Einhalt zu gebieten.

Einen ausgedehnten Bericht über die „Nordic Company“ und ihre Hintermänner finden sie in unserer Broschüre “Recherche Output #4“ – beziehbar über unsere Website.

Sollten Sie weitere Fragen, Kritik oder Anregungen haben schrieben Sie uns. Auch über Informationen & Beobachtungen bezüglich des Geschäfts von NC freuen wir uns.

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31st Oktober
2008
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Der rechte Szeneladen „Nordic Company“ hat in Frankfurt (Oder) neue Räumlichkeiten angemietet und steht offenbar kurz vor seiner Wiedereröffnung. Die Inhaber der Firma „Nordic Company Textilwaren“, die überwiegend Bekleidung der Marke „Thor Steinar“ anbieten, haben einen Mietvertrag für Gewerberäume in der Dresdner Straße 33 im Stadtteil Altberesinchen unterzeichnet.

Inzwischen wurden Arbeiten im Innern des Geschäfts vorgenommen, die auf eine baldige Eröffnung, möglicherweise zu Beginn kommenden Monats, hindeuten.

Der Eröffnung des Geschäfts war eine juristische Auseinandersetzung zwischen „Nordic Company“ und dem Vermieter vorausgegangen. Dieser meldete zwischenzeitlich Insolvenz an, was eine Kündigung des rechten Szeneladens zusätzlich erschwert.

Erst Ende Juli war der rechte Bekleidungsladen aus seinen Räumlichkeiten am Frankfurter Bahnhof ausgezogen, nachdem Proteste zu einer Kündigung des Mietvertrages durch die Deutsche Bahn geführt hatten.

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1st August
2008
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02_0

Der Countdown läuft: Nur noch wenige Stunden verbleiben der Nordic Company (NC) am Frankfurter Bahnhofsvorplatz, um Neonazikleidung der Marken Thor Steinar und Erik and Sons zu verkaufen (mehr). Zum kommenden Ersten muss der Laden die Immobilie der Deutschen Bahn verlassen haben. Nachdem das Geschäft im April dieses Jahres bezogen wurde, währte die Freude über die prominente Lage nicht lang: Binnen kürzester Zeit erwirkten antifschaschistische Gruppen der Stadt in Zusammenarbeit mit Vereinen, Behörden und Politiker_innen die Kündigung des Mietvertrags seitens der Bahn (mehr). Nicht allen fällt der Abschied dabei so schwer wie der lokalen Neonaziszene:

Am Bahnhofsvorplatz nutze ein Bündnis von Antifa-Gruppen den vergangenen Dienstag, um den Auszug von NC feierlich zu begehen. Bei Tanzmusik informierten Cowboys und Cowgirls ein interessiertes Publikum über das Geschäft mit Neonazi-Mode, den Laden am Bahnhof und gaben Auskunft zu Akteuren der radikalen Rechten in Frankfurt. Der guten Stimmung konnten auch die wenigen, grimmig drein blickenden Neonazis vor NC keinen Abbruch tun. Bei schönstem Sonnenschein wurde durch die Veranstalter_innen der Kundgebung indes ein Versprechen erneuert: Sollte NC in Frankfurt wiedereröffnen, werden ohne Zögern die Pferde gesattelt und die Lassos geschnürt.

Quelle: Inforiot

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31st Juli
2008
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Wir sind heute hier, um noch einmal auf das Bekleidungsgeschäft „Nordic Company“ aufmerksam zu machen, das sich hier am Bahnhof befindet. Vor vier Monaten waren die Betreiber in der Nacht vom 31. März auf den 1. April in die Räumlichkeiten der Deutschen Bahn eingezogen. Nach Protesten mehrerer Initiativen und Einzelpersonen kündigte die Deutsche Bahn den Mietvertrag zum 31. Juli. Wir wollen die Gelegenheit nutzen und öffentlich auffordern, den Druck der vergangenen Monate aufrecht zu erhalten.

Das „Nordic Company“ vertreibt sowohl in dem Geschäft als auch über einen Internetversand Textilien der rechten Modemarken „Thor Steinar“ und „Erik & Sons“. Diese werden aus dem Umfeld der Neonaziszene produziert und vertrieben und bedienen sich völkischer Symbolik mit NS-Bezug. Sie werden ausschließlich in Geschäften angeboten, deren Stammkunden aus der extrem rechten Szene kommen. Daneben finden sich solche Waren nur in einer Vielzahl rechter Versandhandel. In das Sortiment typischer Bekleidungsläden haben sie es aufgrund antifaschistischer Proteste bisher nicht geschafft.

Nachdem entsprechende Vorwürfe laut geworden waren, reagierten die Betreiber um die Frankfurterin Kora Kruppke in einem offenen Brief empört auf die Anschuldigungen und versuchten, die Markenwaren wider besseres Wissen als unpolitisch zu verkaufen. Doch wer „Thor Steinar“ und „Erik & Sons“ vertreibt, weiß genau, was er da unter die Leute bringt und kennt auch die Zielgruppe der Marken, Neonazis.

Das Wissen um die Zielgruppe zeigt auch die noch sehr kurze Geschichte des „Nordic Company“. Es hatte seine Räumlichkeiten zuvor seit September 2007 in der Lindenstraße. Auf einem Zettel an der Ladentür wurde gebeten, sich bei Interesse in der „Sportlerklause“ zu melden. Die „Sportlerklause“ im hinteren Teil der Gubener Straße aber hatte ganz spezielle Gäste. Die im Dezember 2006 eröffnete Kneipe war kein Raum für offenes Publikum, in ihr konnte man statt dessen Gleichgesinnte treffen. Die Gäste waren hauptsächlich unorganisierte Neonazis aus Frankfurt (Oder) und der näheren Umgebung. Anwohner_innen berichteten, daß zur Begrüßung schon mal der rechte Arm zum Hitlergruß erhoben wurde. Von Beginn an gehörten auch die für ihre rechtsradikale Orientierung bekannten Hooligans des FFC Viktoria zur Stammkundschaft. In der „Sportlerklause“ waren mehrere Räume als Proberäume für Bands vermietet, so u.a. für die Rechtsrockband „Frontstadt“. Betreiber der „Sportlerklause“, die nach dem Entzug der Gewerbeerlaubnis seit März geschlossen ist, war der 21jährige Hooligan Martin Wilke. Lärmbelästigungen und Pöbeleien riefen mehrfach die Polizei auf den Plan. Durch die Gäste der „Sportlerklause“ verwandelte sich auch das Straßenbild. Aufkleber mit dem Konterfei des Hitlerstellvertreter Rudolf Hess oder der Aufschrift „No Go Area“ und unzählige Aufkleber der rechtsradikalen Hooligans zierten Laternenmasten in der Gubener Straße. Nach dem Umzug an den Bahnhof entwickelte sich das Geschäft an sonnigen Tagen zum Treffpunkt junger Neonazis aus dem Umfeld der Betreiber – nicht nur vor, sondern auch hinter dem Tresen. So wurde z.B. der 20jährige, mehrfach vorbestrafte Tommy Keller als Verkaufskraft beschäftigt. Vor diesem Hintergrund können die Betreiber nicht mehr behaupten, ein unpolitisches Bekleidungsgeschäft zu betreiben.

Endlich Feierabend für  Betreiberin Kora Krupke

Endlich Feierabend für Betreiberin Kora Krupke

Mit dem Auszug aus den Räumlichkeiten der Deutschen Bahn wird sich das Problem jedoch nicht erledigen. Die Betreiber werden neue Räumlichkeiten suchen und vielleicht auch finden. Wir hoffen, daß die Betreiber überall dort, wo sie versuchen Fuß zu fassen, auf ebenso couragierte Vermieter treffen wie die Deutsche Bahn.

Kein Nazibekleidungsgeschäft – nirgendwo!

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30th Juli
2008
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Die MOZ im Frankfurter Stadtboten zur Kundgebung am 29.07.08:

Demo ohne Störungen
Antifa-Gruppen auf dem Bahnhofsvorplatz

“Es darf gefeiert werden!” – Riesen lang war ein Transparent, das Antifa-Gruppen der Stadt gestern Nachmittag am Bahnhofsvorplatz drapierten. Wie Utopia-Sprecher André informierte, wolle man den Auszug von “Nordic Company – Textilwaren” feiern, “ein Bekleidungsfachgeschäft, das ausschließlich zwei als extrem rechts bekannte und in Neonazikreisen beliebte Modemarken vertreibt und erst durch den Druck der Massen zum Monatsende verschwindet”, so der Utopia-Sprecher.
Gefeiert wurde mit Strohhüten, lauter Musik, alkoholfreien Getränken und belegten Brötchen. Damit die von der Polizei genehmigte Demo störungsfrei verlaufen konnte, erteilte Wachenleiter Hajo Loose 20 jungen Leuten, der rechten Szene zuzuschreiben, um 16.30 Uhr einen Platzverweis. Sie standen provokant etwa zehn Meter vom Info-Stand entfernt, einige mit Bierflaschen in der Hand. Einer der jungen Männer, der dem Platzverweis nicht nachkam, wurde in Gewahrsam genommen.
Wie die Polizei am Abend informierte, kam es zu keinen Zwischenfällen.

von l. nach r.: Phillip Steinicke, Kora Krupke, Christoph Schoefisch, Michael Kugler, Benjamin Richter (m. Kamera), “Äffchen”.

von l. nach r.: Phillip Steinicke, Kora Krupke, Christoph Schoefisch, Michael Kugler, Benjamin Richter (m. Kamera), “Äffchen”.

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24th Juli
2008
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In wenigen Tagen ist er endlich soweit: der im April geöffnete rechte Szeneladen “Nordic Company” (NC) muss seine Türen vorzeitig wieder schliessen!

>>Was ist los? Ich hab davon nichts mitbekommen.< >Okay, für dich nochmal ausführlich< >Ich fass es nicht! Erzähl mehr!< >Und was wurde dagegen unternommen?< >Aber der Laden schließt doch nächste Woche…<<
Es muss betont werden, dass nicht der Laden das einzig wahre Problem ist, sondern Neonazis und -faschisten in und um Frankfurt, die mit NC nur einen weiteren Anlaufpunkt erhalten haben.

Um das zu verdeutlichen, rufen der Verein Utopia, die aaffo, Progress, Iskra, Anspruch Gegenwirklichkeit, Recherche Gruppe Frankfurt (Oder) auf, sich am Dienstag, den 29. Juli 2008 zwischen 16 und 18 Uhr an einer Kundgebung auf dem Bahnhofsvorplatz gegen den rechten Kleidungsladen, aber auch gegen jede Form von Neonazismus und Faschismus zu beteiligen.

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23rd Juli
2008
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Jeder macht mal Urlaub, auch die Recherchegruppe. Deshalb entschuldigen wir uns für die etwas hinterherhinkende Berichterstattung. Wir geloben Besserung und starten mit einem Nachtrag: Die folgenden Artikel beinhalten die schon längst überfälligen Schilderungen von den letzten Momenten des Bahnhofsstandortes vom “Nordic Company”.
An weiteren Artikeln wird selbstverständlich weiter fleißig recherchiert und geschrieben.

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25th Juni
2008
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* mit Marke “Erik & Sons” trotz Dementis weiter Fixierung auf rechte Kundschaft

Nach anhaltendem Druck Frankfurter BürgerInnen und der Stadt kündigte die Deutsche Bahn AG die Geschäftsräume des rechten Bekleidungsgeschäfts „Nordic Company“ am Hauptbahnhof zum 31.Juli. Die Inhaber um die Frankfurterin Kora Kruppke reagierten in einem offenen Brief empört auf die Anschuldigungen gegen sie und versuchten, die Marke “Thor Steinar” wider besseren Wissens als unpolitisch zu verkaufen.

Nun bietet das Geschäft eine zweite Marke an, bei der ebenfalls Menschen aus der rechten Szene die Fäden in der Halt halten und die vor allem von Neonazis getragen wird: die deutsche Kleidungsmarke „Erik & Sons“.

„Erik & Sons“ existiert seit Februar 2007 und wird bereits seit August letzten Jahres ausschließlich in Geschäften angeboten, deren Stammkunden aus der extrem rechten Szene kommen. Der Stil der angebotenen Kleidung lehnt sich stark an „Thor Steinar“ an. So stehen in den Motiven Symbole und Bilder aus der nordisch-germanischen Mystik im Vordergrund. Als Logo nutzen „Erik & Sons“ eine sogenannte Nyd-Rune. Auch in einschlägig bekannten Neonazi-Foren wird die Marke beworben, mit dem Hinweis, dass damit „die Sache unterstützt“ wird. Die Marke wird von der “Danneland GmbH” mit Sitz in Völkenroth in Kooperation mit dem ehemaligen “Thor-Steinar”-Mitarbeiter Udo Siegmund deutschlandweit zentral vertrieben.

Mit dem Verkauf der Marke konterkarieren die Betreiber des “Nordic Company” erneut eigene Aussagen, nach denen ihr Geschäft nicht als rechter Szeneladen gesehen werden kann.

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23rd Juni
2008
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Das hatte sich Maik Wilke sicher anders vorgestellt. Noch bevor der von dem extrem rechten Frankfurter Wirt aufgebaute Szenetreffpunkt aus Bekleidungsladen, Kneipe und Bandproberäumen zwischen Linden- und Gubener Straße sein einjähriges Bestehen feiern konnte, stehen Besucher_innen wieder vor verschlossenen Türen. Die durch ihn wiederbelebte Kneipe „Sportlerklause“ ist nach dem Entzug der Gewerbeerlaubnis seit März geschlossen. Das Geschäft „Nordic Company“, spezialisiert auf Textilien der rechten Modemarke „Thor Steinar“, hatte schon Wochen bevor es Ende März auszog kaum geöffnet. Und nun scheiterte auch der Neuanfang des Ladengeschäfts an einer von Frankfurts besten Adressen, dem Bahnhofsplatz. Nach gerade einmal zwei Wochen flatterte dem rechten Unternehmer die Kündigung des Mietvertrages in den Briefkasten. Die Bewohner_innen des hinteren Teils der Gubener Straße dürften wohl aufatmen. Für den nahenden Sommer drohen keine durchwachten Nächte aufgrund ruhestörenden Lärms angetrunkener Gäste der „Sportlerklause“(SK). Das sah in den vergangenen Monaten noch ganz anders aus. Im Dezember 2006 eröffnete in den Räumlichkeiten der jahrelang geschlossenen Bar wieder eine kleine Kneipe. Den alten Namen behielt sie bei. Wirt und Publikum aber wechselten. Laufkundschaft war nicht das Geschäft der Kneipe. Wer in die „SK“ ging wusste genau was er dort wollte: Gleichgesinnte treffen.

Nicht bei allen beliebt: Der „Nordic Company“ am Bahnhofsplatz 3.

Nicht bei allen beliebt: Der „Nordic Company“ am Bahnhofsplatz 3.

Und so kam es durchaus vor, dass zur Begrüßung schon an der Tür der rechte Arm zum Hitlergruß erhoben wurde, wie Anwohner_innen berichteten. Die Gäste waren hauptsächlich unorganisierte Neonazis aus Frankfurt (Oder). Aber auch aus der näheren Umgebung, beispielsweise aus Fürstenwalde/Spree, verbrachten Neonazis ihren Abend an Wochenenden in der „SK“, darunter auch NPDler. Von Anfang an gehörten auch die jungen Hooligans des „FC Vorwärts“ zur Stammkundschaft. Abgesehen von zahlreichen durch Schlägereien bedingten Hausverboten ihrer Protagonisten in anderen Frankfurter
Lokalen, lag es auf der Hand, die „SK“ zur Stammkneipe zu erklären. Eine der zentralen Figuren der Gruppe war offiziell Betreiber der Kneipe. Denn da der öffent-lichkeitsscheue Maik Wilke bei seinen Geschäften, aus welchen Gründen auch immer, versucht im Hintergrund zu bleiben, wurde sein ältester Sohn, der gerade mal 21jährige FCV-Hooligan Martin Wilke am Türschild als Betreiber der „Sportlerklause“ ausgewiesen. Er trat auch gegenüber dem Hausbesitzer, einem Zeuthener Unternehmer, als Mieter der Räumlichkeiten in der Gubener und Lindenstraße auf. Ein ähnliches Vorgehen zeigte sich schon bei früheren Unternehmungen Maik Wilkes wie dem Getränkeladen “Frankfurter Getränke & Partyservice“ in der Sophienstraße. Auch hier fungierte der Sohn als Inhaber.
Mit einem der ihren am Ausschank konnte sich die rechte Kundschaft in der „SK“ unbekümmert zulaufen lassen und gleichzeitig sicher sein, dass das ausgegebene Geld bei Kameraden bleibt. So war die Sportlerklause an Wochenenden des öfteren mit bis zu 40 Personen prall gefüllt. Das Geschäft lief. Unter den Folgen hatten dann die Anwohner_innen der Gubener Straße zu leiden.Besoffen vor die Häuser urinierende und Fußgänger bepöbelnde Jugendliche sowie wiederholte Lärmbelästigungen waren keine Ausnahme und riefen mehrfach die Polizei auf den Plan. Auch die Stadt schaltete sich ein und verhängte ein Bußgeld wegen Ruhestörung gegen den Betreiber. Durch die Gäste der Kneipe verwandelte sich auch das Bild der Gubener Straße.

Einer, der sich zu verbergen versucht: Maik Wilke beim Fenster putzen seines Geschäfts „Nordic Company“ am Bahnhofsplatz 3.

Einer, der sich zu verbergen versucht: Maik Wilke beim Fenster putzen seines Geschäfts „Nordic Company“ am Bahnhofsplatz 3.

An den Laternenmasten klebten jetzt Aufkleber mit dem Konterfei des Hitlerstellvertreters Rudolf Hess oder der Aufschrift „No Go Area“, in den Augen von Neonazis ein Areal, in dem Nichtdeutsche oder Menschen, die nicht in das diskriminierende Weltbild dieser passen, nicht geduldet sind. Zudem wurden unzählige Aufkleber der neonazistischen Anhänger des „FC Vorwärts“ verklebt.Darunter Motive mit der Parole „Scheiss Babelsberg – Wir kriegen euch alle. Action Jugend Frankfurt/Oder“. Allein der Laternenmast vor der Eingangstür der „Sportlerklause“ war mit gut 100 derartigen Stickern beklebt. Zu Ärger mit den Anwohner_innen kam es auch aufgrund des Lärms dort probender Bands. In der ersten Etage des Gebäudes hat Wilke mehrere Räume als Proberäume vermietet. Wer alles Mieter der Räume ist, bleibt untransparent. Bekannt ist aber, dass mindestens eine Rechtsrockband, die Gruppe „Frontstadt“ aus Frankfurt (Oder), dort probte oder noch probt.
Hinter dem Namen stecken der 19jährige Eugen Schulepow und der 20jährige Albert Grzelak, zwei den Justizbehörden wegen Volksverhetzung, Körperverletzung und Verwendung von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vertraute Personen. Schulepow ist zudem zum harten Kern der FCV-Hooligans zu zählen. Sicher ist auch, dass auch unverfängliche Schülerbands zu den Mietern gehören, die aus Mangel an geeigneten Räumlichkeiten die günstig angebotenen zentrumsnahen Räume nur zu gern nutzen und denen es offenbar gleich ist, wem sie ihr Geld zuschieben. Für Wilke eine willkom-
mene Zusatzeinnahme. Die zunehmenden Beschwerden der Anwohner_innen waren Grund genug für die Märkische Oderzeitung mit einem kritischen Artikel im September 2007 nachzuforschen was in der Gubener Straße vor sich geht. Gegenüber der Presse gab sich Martin Wilke zunächst offen. Bei einem bevorstehenden „Tag der offenen Tür“ könnten alle ihn und die neue Kneipe kennenlernen.

Beim Proben: Eugen Schulepow mit T-Shirt des verurteilten Neonazi-Sängers Michael Regener (Lunikoff ).

Beim Proben: Eugen Schulepow mit T-Shirt des verurteilten Neonazi-Sängers Michael Regener (Lunikoff ).

Dann würden auch die in den Räumlichkeiten des Hauses probenden Bands vorgestellt werden. Wie zu erwarten war handelte es sich bei diesem Manöver nur um eine Verzögerungstaktik. Zu dem versprochenen Fest kam es jedenfalls nie. Bereits kurz nach Eröffnung der „Sportlerklause“ hatte Wilke versucht, die Öffentlichkeit über das Wesen seiner Kneipe zu täuschen. Erfolglos. So versuchte er das neue Lokal über die „Frankfurter Kneipenzeitung“ zu bewerben, indem er die „Sportlerklause“ als die neue Dartkneipe Frankfurts anpries.2 Fragwürdige Rückendeckung verschaffte ihm dazu der Dartverein Fortuna 05, der seit Jahren seinen Sitz in den Räumlichkeiten über der Kneipe hat. Fragwürdig deshalb, da der Verein sonst nicht in Erscheinung tritt und sich in der Klause auch nur eine Standarddartscheibe fand, wie sie in jeder Dorfkneipe hängt. Als Ansprechpartner des Vereins wird im Internet zudem Maik Wilke selbst genannt.3 Dartwettkämpfe in der „Sportlerklause“? Fehlanzeige. Offenbar hatte Wilke nur nach einer Möglichkeit gesucht, seine Kneipe mit positiven Nachrichten in die Presse zu bekommen. Auch beim alljährlichen Hallenfußballturnier der Frankfurter Kneipen am 12.Januar 2008 nahm ein Team der „Sportlerklause“ teil. Um dem Ziel näher zu kommen, sich als eine unter vielen Kneipen zu präsentieren, verzichtete man sogar darauf, Gäste als Anhängerschaft mit in die Halle zu nehmen. Für geschulte Augen wurde dann doch Eindeutiges geboten. Während der Torwart des Teams offensiv die Marke „Thor Steinar“ zur Schau trug, präsentierte Martin Wilke auf dem Feld seine tattoowierten Arme. Auf denen prangt neben den in der rechten Szene für ihren zugeschriebenen Heldenmut verehrten Wikingern auch eine ca. 10x10cm große „Schwarze Sonne“. Dieses Motiv wurde im Nationalsozialismus von der SS geschaffen und galt als Sinnbild
einer nordisch-heidnischen Religion. Beliebt ist die Deutung des Zeichens als zwölfarmiges Hakenkreuz oder als Rad aus zwölf Sig-Runen.Nahezu perfekt wurde die rechte Idylle in der Lindenstraße im Herbst 2007. Nachdem auch Maik Wilke selbst in die direkte Nähe gezogen war, er wohnt derzeit zusammen mit seiner Partnerin in der Lindenstraße 35, eröffnete er am 7.September 2007 in
der ersten Etage der Lindenstraße 41 ein kleines Bekleidungsgeschäft der neu gegründeten Firma „Nordic Company Textilwaren“. Als Inhaberin wurde offiziell eine Beatrice Schmidt angegeben. Das Angebot des Geschäfts bestand nahezu ausschließlich aus Artikeln der rechten Modemarke „Thor Steinar“ (TS).
Diese wird aus dem Umfeld der Neonaziszene produziert und vertrieben, bedient sich völkischer Symbolik mit NS-Bezug und wird hauptsächlich von Neonazis getragen. Das alte Logo der Marke musste geändert werden, da es lange Zeit wegen seiner Ähnlichkeit mit nationalsozialistischer Symbolik strafrechtlich verfolgt wurde. Bisher wird die Marke zum Großteil über die Herstellerfirma direkt vertrieben, die in Deutschland auch einzelne eigene Ladengeschäfte betreibt. Daneben finden sich TS-Artikel sonst nur in einer Vielzahl rechter Versände und Szeneläden. In das Sortiment typischer Bekleidungsläden hat die Marke es dank antifaschistischer Proteste bisher nicht geschafft.

Auf der Ersatzbank: FCV-Hooligan und Neonazi Martin Wilke beim Hallenturnier der Frankfurter Kneipen am 12. Januar 2008.

Auf der Ersatzbank: FCV-Hooligan und Neonazi Martin Wilke beim Hallenturnier der Frankfurter Kneipen am 12. Januar 2008.

Spätestens mit der Eröffnung des „Nordic Company“ konnte auch Maik Wilke keinen Hehl mehr aus seiner Gesinnung machen. Denn wer TS vertreibt weiß genau was er da unter die Leute bringt und kennt auch die Zielgruppe der Marke, Neonazis. Eine ideologische Nähe Wilkes zur rechten Szene wurde schon lange vermutet. Bereits im April 2005 war er mit wüsten Beschimpfungen gegen Flugblätter verteilende Personen aufgefallen. Die hatte er aus seinem damaligen Getränkehandel “Maiks Getränkestube“ in der Sophienstraße als „Schlampe“, „Homo“ und „Scheiß Kommunisten“ beschimpft. Wenig später, im April 2006, tauchte sein Name auch beim Hack des neonazistischen Internethandels „Aufruhr-Versand“ aus dem thüringischen Gera auf, der ihn als mehrfachen Kunden registriert hatte.4 Anfänglich liefen die Geschäfte des TS-Ladens in der Lindenstraße gut, da Frankfurts rechte Jugend den relativ versteckten Laden gezielt aufsuchte. Bald kehrte aber Ernüchterung ein. Das Stammklientel hatte
sich zunächst einmal eingedeckt. Zum regelmäßigen Einkaufen sind die Preise jedoch schlichtweg zu hoch für die im Durchschnitt doch eher jüngere lokale rechte Subkultur. Auf Laufkundschaft konnte das Geschäft mit seiner peripheren Lage am hinteren Ende der Lindenstraße auch nicht hoffen. So blieb die Eingangstür während der Öffnungszeiten immer häufiger verschlossen. Auf einem Zettel in der Tür wurde gebeten, sich bei Interesse in der „Sportlerklause“ zu melden bzw. eine angegebene Handynummer zu wählen. Bei der Suche nach einer besseren Lage für den Laden wurde Wilke dann bei der Deutschen Bahn fündig. Unter der Angabe „Freizeitbekleidung“5 verkaufen zu wollen wurden ihm und der offiziellen Inhaberin des Ladens, Kora Krupke aus Frankfurt (Oder), ein leerstehender Verkaufsraum vermietet. In einer Nacht-und-Nebel-Aktion zog „Nordic Company“ am Abend des 31. März dann in das Gebäude Bahnhofsplatz 3. Unmittelbar nach dem Einzug informierten wir die Bahn ausführlich über die Hintergründe des Geschäfts und deren Inhaber und forderten eine schnellstmögliche Kündigung der Räumlichkeiten. Auch die Stadt, weitere Initiativen und Einzelpersonen wandten sich an die Deutsche Bahn. Diese handelte konsequent als ihr bewusst wurde, welches Kuckucksei sie sich da ins Nest setzen ließen. Grade mal zwei Wochen nach Eröffnung des „Nordic Company“ wurde bereits die Kündigung des Mietvertrages versendet. Bis Ende Juli wird mit dem Auszug des Geschäfts gerechnet.6
Unterdessen hat sich der Laden an sonnigen Tagen zum Treffpunkt für junge Neonazis aus dem Umfeld der Betreiber entwickelt. Das Motto der Inhaber scheint inzwischen auch „jetzt erst recht“ zu lauten. So haben sie einen weiteren mehrfach vorbestraften rechten Schläger in ihr Geschäft eingebunden und an die Kasse gesetzt. Seit Mitte April verkauft der 20jährige Tommy Keller im „Nordic Company“. Parallel muss er sich zum wiederholten Mal mit seiner Lebensgefährtin und einem Freund wegen gemeinschaftlicher Nötigung, Bedrohung und Körperverletzung vor Gericht verantworten, nachdem sie antifaschistische Jugendliche in einer Frankfurter Straßenbahn angegriffen hatten.7
Es bleibt nun abzuwarten wie Maik Wilke weiter verfahren wird. Es ist allerdings zu erwarten, dass er bereits eifrig auf der Suche nach einer neuen Lokalität ist. Bei dem Namen Wilke sollten also zukünftig bei Vermietern und Gewerbeamt die Alarmglocken schrillen. Er scheint das zu ahnen und hat sich mit einem Internetversand für „Thor Steinar“-Waren jüngst ein weiteres Standbein geschaffen.
Der öffentliche Druck der vergangenen Wochen hat Mut gemacht und gezeigt, dass es in der Stadt möglich ist effektiv gegen Rechts vorzugehen, wenn alle Verantwortlichen an einem Strang ziehen. Diese Initiativkraft sollte auch bei anderen drängenden Themen, wie beispielsweise den neonazistischen Anhängern des FFC Viktoria ausgespielt werden.

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