Rechte Frankfurter Ultras aktiv wie nie

Durch eine ausführliche Dokumentation ihrer Aktivitäten im Recherche Output #1 sahen sich die Ultras des Frankfurter Fußballverbandsligisten FFC Viktoria ´91 offenbar stark unter Druck gesetzt. Als Konsequenz distanzierten sich die „Problemfans“ sogar von ihren Taten und entschuldigten sich. Ein rein taktisches Vorgehen wie sich schnell zeigte. Denn ihre realen Aktivitäten untermauern die Gewaltbereitschaft und neonazistische Ideologie der Gruppe.

Es war erstaunlich, was für eine Lawine sich entwickelte, als wir vor knapp einem Jahr das Steinchen Recherche Output ins Rollen brachten. Auf vier Seiten dokumentierten wir ausführlich unsere Recherchen über die „FCV- Ultras“ und belegten damit den Antisemitismus, Nationalismus und die Gewaltbereitschaft der Gruppe. Die Publikation wurde durchgängig positiv aufgenommen und war innerhalb kürzester Zeit vergriffen. Eine Vielzahl von Artikeln in der Märkischen Oderzeitung und anderen Regionalzeitungen stützten sich auf unsere Analyse.

Vermummung und Hitlergruß: FCV-Ultras auf dem Weg zum Auswärtsspiel. In der Mitte stehend mit Sonnenbrille: Martin Wilke.

Vermummung und Hitlergruß: FCV-Ultras auf dem Weg zum Auswärtsspiel. In der Mitte stehend mit Sonnenbrille: Martin Wilke.

Erfreulicherweise nimmt die Presse das Thema seitdem ernst. Selbst der brandenburgische Verfassungsschutz lehnte sich unter der Überschrift „Neonazistische Szene Frankfurt (Oder) und die Verflechtung mit Hooligans“ in seinem Bericht 2006 stark an unsere Veröffentlichung an.
Die Offenlegung ihrer Gesinnung und Aktivitäten verlangte nach Reaktionen vom Verein, Stadt und Polizei. Um zu retten was zu retten war veröffentlichten die Ultras nur wenige Wochen später [1] eine Stellungnahme unter der Überschrift „Wir sind keine Nazi-Hools!!!“, die sie mit Bitte um Veröffentlichung auch an die Presse weitergaben. Darin gaben sie zu, nicht näher benannte „untragbare Fehler begangen“ zu haben, und gaben an, sich „bei allen Geschädigten dafür entschuldigen“ zu wollen. Zudem habe man „begriffen, dass Veränderungen innerhalb der Gruppe erforderlich sind und diese umgesetzt werden müssen.“ Leider waren nicht Reflexion über die Gesinnung und daraus resultierende Einsicht, sondern viel eher äußerer Druck ausschlaggebend für diese Zeilen. Vor allem das belastete „Verhältnis zur eigenen Familie“, „zu jeweiligen Arbeitgebern bzw. Lehrkräften“ und „zum Verein“ wäre ihr Antrieb. In welche Richtung die erwähnten Änderungsbemühungen gehen sollten verrieten sie im letzten Satz: „Fußball ist Fußball und Politik bleibt Politik!!!“. Wenn also überhaupt eine Änderung zu erwarten war, dann bestehe sie darin beides zu trennen, und nicht etwa auf Hooliganismus und Nationalismus zu verzichten. Eine so abrupte Wendung wäre auch kaum glaubwürdig gewesen. Noch am 28.Oktober war der Ultra-Anhang des FFC Viktoria beim Auswärtsspiel in Brandenburg u.a. mit dem Satz „Zug, Zug, Zug, Zug Eisenbahn, wer will mit nach Auschwitz fahren“ zitiert worden. [2]
Dass das Schreiben keinen Bruch mit ihrer rechten Gesinnung markiert, sondern eine rein strategische Handlung war, lies sich dann auch schnell aufzeigen. Bereits am Neujahrstag verfolgten die drei FCV-Ultras Sven Freimuth, Marcus Polenske und Christoph Schöfisch grundlos einen augenscheinlich alternativen Jugendlichen von der Straßenbahnhaltestelle Zentrum aus und beleidigen ihn mehrfach. Als dieser ein Haus betrat verfolgte ihn Sven Freimuth, attackierte ihn und versuchte ihn zu fotografieren.

Sven Freimuth, eine zentrale Figur des gewalttätigen FFC-Anhangs. Links: Selbstentworfener Sticker mit FCV-Logo und SS-Totenkopf.

Sven Freimuth, eine zentrale Figur des gewalttätigen FFC-Anhangs. Links: Selbstentworfener Sticker mit FCV-Logo und SS-Totenkopf.

Exemplarisch waren auch die Geschehnisse am Rande des alljährlichen Stadtfestes “Bunter Hering” am 6.7.2007. Offenbar auf der Suche nach linken FestbesucherInnen streiften mehrere Kleingruppen neonazistischer Jugendlicher und FCV-Ultras ausschauhaltend durch die Menge. Als sie ein paar alternative Jugendliche ausgemacht hatten, wurden diese verfolgt, umringt und mit Sprüchen wie:”Da sind die Kommunisten! Adolf ist an der Macht!” angepöbelt. Dabei wurde u.a. auch der Hitlergruß gezeigt. Kurz darauf warfen sie mit Flaschen nach den Jugendlichen und traktierten sie mit Fußtritten und Faustschlägen. Durch die Angriffe wurden einige Personen leicht verletzt. Auch im weiteren Verlauf des Abends konnte der gleiche 30- köpfige Personenkreis weiter agieren und versuchte Gäste abzufotografieren. Erst das Einschreiten der Polizei beruhigte die Situation.[3]
Solche Angriffe werden gern als Einzeltaten abgetan, in denen Leute oft unter Alkoholeinfluß situativ bedingt überreagieren. Gewalt und Nationalismus sind jedoch konstitutive Elemente dessen, was die Gruppenkonstruktion der FCV-Ultras ausmacht. So verbreitet die Gruppe seit dem Frühjahr Aufkleber, auf denen das Vereinssymbol des FC Vorwärts mit dem Totenkopf der SS-Totenkopfverbände kombiniert ist. (Bild) Auch das von der White-Power-Bewegung verwendete stilisierte Keltenkreuz, welches für die “Überlegenheit der weißen, nordischen Rasse” steht, findet sich immer wieder im Zusammenhang mit den rechten Ultras. In der aktuellen Ausgabe des Fußballfanzine „Blickfang Ost“ Nr.7, in dem sich die Gruppe auf zwei Seiten präsentiert, tritt das Keltenkreuz an zentraler Stelle zutage. Eine Aufnahme zeigt Sven Freimuth in Kampfpose am Stadion der Freundschaft in Frankfurt (Oder) neben der Spüherei „FCV-Zone“ die um ein großes Keltenkreuz erweitert ist. Auch an anderen Orten der Stadt wurde so gesprüht. Ein rauer Tonfall gegenüber couragierten AntifaschistInnen ist dann nur folgerichtig. Im Fanforum der Gruppe heißt es: „Das giche gilt für unsren Freund Frank Hammer von der linksradikalen PDS und an die sogenannte “Antifa FF/O” […] Eure Galgen sind schon gezimmert Nimmt euch in acht“ (Alle Fehler im Original). [4]
Es ist zu konstatieren, dass sich weder Gewaltbereitschaft noch ideologische Ausrichtung der FCV-Ultras gemäßigt haben. Trotz des rechtsextremen Stigmas ist es den Ultras gelungen ihren harten Kern personell zu festigen.

Gewaltbereite FCV-Ultras: Christoph Schöfisch (links, hier auf einer Neonazidemonstration am 21.10.2006 in Berlin) und Markus Polenske (rechts).

Gewaltbereite FCV-Ultras: Christoph Schöfisch (links, hier auf einer Neonazidemonstration am 21.10.2006 in Berlin) und Markus Polenske (rechts).

Nach eigenen Angaben besitzen sie mittlerweile ein Mobilisierungspotential von bis zu 110 Leuten, [5] wenn auch teilweise erweitert durch angereiste Unterstützer. Auch die Kontakte zu Fangruppen in anderen Städten konnten gefestigt werden. So besteht regelmäßiger Austausch mit dem „Wuhlesyndikat“ von Union Berlin und dem „Inferno Cottbus“ von Energie Cottbus. Beides Fangruppen, die zumindest als rechtsoffen bezeichnet werden können.
Als Reaktion auf die Berichterstattung über die rechten Ultras und ihre andauernden Gewalttaten vor allem bei Auswärtsspielen, hat die Polizei ihre Präsenz im Umfeld der Spiele deutlich erhöht und legt ein deutlich repressiveres Konzept an Spieltagen an den Tag. Ständige Begleitung, die Durchsetzung von Alkoholverboten und der Erlass von Aufenthaltsverboten nach Spielen im Frankfurter Stadtzentrum kennzeichen diese Strategie. Nicht selten treffen die FCVler im Stadion auf mehr Beamte als sie selbst Personen zählen. So kritisch diese ständige Kontrolle auch zu betrachten ist, hat sie doch zur Folge, dass die Gefahr an Wochenenden auf der Fahrt mit dem Zug oder an Bahnsteigen aufgrund von Hautfarbe, Herkunft oder politischer Überzeugung Opfer eines Angriffs durch sie zu werden, deutlich sinkt. Zudem wird ihnen so definitiv der Spaß an der Randale genommen, der für einen Großteil der Gruppe Motivation für die Wochenendausflüge sein dürfte.
Die Polizei allein wird das Problem eines extrem rechten Fananhangs jedoch nicht lösen können. Gefragt ist ein Zusammenspiel des gesamten Umfeldes der Gruppe, in Familie, Verein, Arbeit und Freundeskreis, die ihnen die Grenzen aufzeigen. So betrachten wir es als erfreuliches Beispiel, dass Sven Freimuth nach einer Information seines Arbeitgebers über Freimuths ausserbetriebliche Aktivitäten und sein anhaltendes Fehlverhalten kurzerhand seine Ausbildung für beendet erklärte. Denn für nationalistische Agitation und Gewalttätigkeit darf es keine Duldung geben. In der Verantwortung bleiben auch weiterhin Verein und Stadt, die sich die Aufgabe gegenseitig zuzuschieben scheinen. Das Problem sei erkannt, man habe aber keinen Einfluss auf das Treiben der FCV- Ultras. Dabei hätte die Stadt als Besitzer des Stadions – und damit des Hausrechts – durchaus die Möglichkeit, über die Stadionordnung Druck auszuüben oder gar Stadionverbote zu verhängen. Kritikwürdig bleibt auch die Auffassung des Vereins, die FCV-Anhänger seien ja gar keine Fans ihres Vereins, des FFC Viktoria 91, und sie damit aus der Pflicht. Vielleicht bieten die über den lokalen Aktionsplan der Stadt zur Verfügung stehenden Mittel dem Verein eine Möglichkeit der Intervention.

Quellen

[1] Stellungnahme vom 05.12.2006 im Ultraboard
[2] Tagesspiegel vom 09.12.2006
[3] http://de.indymedia.org/2007/07/187593.html
[4] EINSTEIN & KIRA am 03.05.2007 im Ultraboard
[5] BLICKFANG OST Ausgabe Nr.7 Saisonausgabe 06/07

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Wer war nochmal … André Werner

Der 1978 in Frankfurt (Oder) geborene André Werner ist schon seit Mitte der 90er Jahre in der Neonaziszene aktiv. Er gehörte gemeinsam mit seinem engen Freund und NPD-Bundesvorstandsmitglied Jörg Hähnel zu den Führungspersonen der Neonaziszene in Frankfurt (Oder). Gemeinsam organisierten sie Busse zu Neonazi-Aufmärschen oder traten bei Veranstaltungen in Erscheinung. Nach außen gab sich André Werner als politischer Soldat und Saubermann. Tatsächlich war er jedoch einer der Köpfe der militanten Anti-Antifa. In diesem Zusammenhang verübte Straftaten führten Ende der 90er zu einem Gefängnisaufenthalt. Werner hatte sich zuvor im März 1998 maßgeblich an einem Angriff auf einen Antifaschisten beteiligt. Er hatte ihm auf offener Straße eine Gaspistole an den Kopf gehalten und ihn gezwungen, sich für eine „Feindkartei“ fotografieren zu lassen, um sich sodann mit den Worten „Viele Grüße von der Anti-Antifa“ zu verabschieden. Bei der anschließenden Durchsuchung seiner Wohnung wurden u.a. Papiere gefunden, die darauf hindeuteten, dass Teile der Frankfurter Neonaziszene schon länger den Aufbau von Terrorgruppen versuchten. So fand sich u.a. ein Papier mit der Abbildung eines Sturmgewehrs auf einem Hakenkreuz und den Parolen „Klagt nicht an – richtet!“ und „Das Wort tritt in den Hintergrund, es entscheidet die Tat!“. In einem weiteren Flugblatt hieß es „Wir sind wieder da/SA/und daran müsst ihr Euch gewöhnen.“

Neonazis unter sich – Mary Ehrenberg und André Werner (rechts) am Rande eines NPD-Standes am 19. Mai 2007 in Frankfurt (Oder)

Neonazis unter sich – Mary Ehrenberg und André Werner (rechts) am Rande eines NPD-Standes am 19. Mai 2007 in Frankfurt (Oder)

Unterzeichnet war das Papier mit „1. SA-Sturm Frankfurt a. d. Oder Horst Wessel“. Den Aufenthalt im Gefängnis nutzte Werner zur Agitation anderer Strafgefangener, so dass er schließlich vom Jugendvollzug in den Männervollzug verlegt werden musste.
Nach der Entlassung aus dem Gefängnis ging Werner nach Berlin, um in der dortigen Neonaziszene – gemeinsam mit seinem Freund Jörg Hähnel – Fuß zu fassen. In Berlin war Werner hauptsächlich im Osten, überwiegend in Pankow aktiv. Er bewegte sich dort im Umfeld von NPD, VNNO (Vereinte Nationalisten Nord-Ost), Kameradschaft Tor (Verbot durch den Berliner Innensenator am 6. März 2005), BASO (Berliner Alternative Süd-Ost, ebenfalls verboten am 6. März 2005) und MHS (Kameradschaft Märkischer Heimatschutz).
Seit einigen Monaten lebt André Werner wieder in Frankfurt (Oder), gemeinsam mit seiner Lebensgefährtin und drei Kindern. Seinen politischen Aktivitäten tat der Wegzug aus Berlin keinen Abbruch. So konnte Werner nun u.a. bei öffentlichen Aktionen des NPD-Kreisverbandes Oderland in Frankfurt (Oder) (Demonstration am 27.01.2007, Infostand am 19.05.2007) beobachtet werden. So wird auch in Zukunft André Werner desöfteren im Recherche Output Erwähnung finden.

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Gedenksteinschändung endet vor Gericht.

Bereits nach zwei Monaten Ermittlungsarbeit fand am 10.Januar der Prozess gegen Monik Scharpf, Jenny Russow, Andy Köbke sowie Janko Greve und Sebastian Boldt statt. Den Frankfurter Rechtsextremen wurde vorgeworfen am 9.November 2006 den jüdischen Gedenkstein am Brunnenplatz geschändet zu haben. Sie wurden deshalb wegen Volksverhetzung, Störung der Totenruhe und des öffentlichen Friedens angeklagt.

Die fünf sehr jungen Angeklagten sind allesamt der rechtsextremen Szene zuzuordnen. Gemeinsam mit weiteren Frankfurter Neonazis, wie Guido Scholz und Mario Schreiber, hatten sie am Abend des 9.November 2006 nach der jährlichen Gedenkveranstaltung zur Pogromnacht am Synagogengedenkstein randaliert. Sie rissen Blumengebinde von dem Gedenkstein, warfen Kerzen auf die Straße und urinierten auf die Gedenktafel. Die Tat erregte bundesweit großes Aufsehen.
Zum genauen Hergang der Tat sagten die Angeklagten vor Gericht aus, sie hätten sich zunächst mit FreundInnen am Dresdner Platz aufgehalten. Einer der Anwesenden wies darauf hin, daß am Gedenkstein eine „Judenveranstaltung“ stattfinde, woraufhin die Gruppe entschloss, sich diese näher „anzugucken“. Dies sagte Jenny Russow aus, welche zum Prozess mit einer Jacke der unter Rechtsextremen beliebten Marke „Thor Steinar“ erschien. Nachdem die Rechtsextremen im Stadtzentrum durch die Polizei Platzverweise ausgesprochen bekommen hatten, folgten sie dem Gedenkzug in Richtung jüdischer Gemeinde. Monik Scharpf berichtete im Gerichtssaal, dass die Gruppe sich über den Gedenkzug lustig gemacht habe. Nach den Aussagen des Angeklagten Andy Köbke, versuchten sie zunächst den anwesenden „Antifas auf die Schnauze zu hauen“; dies habe auf Grund des großen Polizeiaufgebots jedoch „nicht so richtig geklappt“. Daher entschlossen sie sich, zum Brunnenplatz zurückzukehren. Die jungen Mädchen gestanden, dort als erste die Blumengestecke zerstört zu haben. In der Folge beteiligten sich auch die weiteren Angeklagten an der Schändung. Janko Greve gestand außerdem, auf die Gedenktafel uriniert zu haben, nachdem Sebastian Boldt ihn dazu ermutigt hatte. Beide Täter wurden in der Vergangenheit bereits wegen Verwendung verfassungswidriger Kennzeichen angeklagt.[1]

Die Angeklagten Janko Greve (Jg. 1987), Andy Köbke (Jg. 1991), Sebastian Boldt (Jg. 1987), Moniek Scharpf (Jg.1992) und Jenny Russow (Jg.1990) (v.l.n.r.) im Gerichtssaal.

Die Angeklagten Janko Greve (Jg. 1987), Andy Köbke (Jg. 1991), Sebastian Boldt (Jg. 1987), Moniek Scharpf (Jg.1992) und Jenny Russow (Jg.1990) (v.l.n.r.) im Gerichtssaal.

Dass die fünf Angeklagten eine Straftat begangen haben, welcher einer erneuten Verhöhnung der Opfer des Faschismus gleichkommt, kümmert sie wenig. Sie bekannten sich zu der Tat und zeigten keinerlei Reue. Jenny Russow begründete ihr Verhalten mit der Aussage, „die Juden [hätten] sich nicht ordentlich benommen.“.
Bei allen Angeklagten wurde Jugendstrafrecht angewendet. Die Jugendgerichtshilfe stellte fest, dass bei den volljährigen Tätern eine verzögerte Entwicklung auf Grund zerrütteter Familienverhältnisse vorliegt. Die männlichen Angeklagten verließen den Gerichtssaal mit Bewährungsstrafen von bis zu 14 Monaten. Mit einer Ermahnung und Arbeitsstunden kamen die beiden Täterinnen davon. Das Urteil wäre für die volljährigen Angeklagten bei Anwendung des Erwachsenenstrafrechts auf Grund der Schwere der Tat deutlich höher ausgefallen.
Begleitet hatten den Prozess zahlreiche Freunde der Angeklagten, darunter mehrere bekannte Neonazis und ein führendes NPD-Mitglied.
Inzwischen wurde Jenny Russow auf Initiative ihrer Mutter von der Sportschule genommen. Kurz zuvor war sie bereits von ihrem Schützenverein ausgeschlossen worden. Für die weitere Entwicklung der Angeklagten lässt sich nicht viel positives erwarten. Der Prozess jedenfalls scheint keine erzieherische Funktion gehabt zu haben. So nahmen Jenny Russow, Monik Scharpf und Andy Köbke wenig später an der NPD-Demonstration am 27. Januar 2007 in Frankfurt (Oder) teil. Außerdem stellte die Polizei fest, dass Jenny Russow und Monik Scharpf im Oktober vergangenen Jahres 27 Autos im Stadtteil Hansa Nord mit Hakenkreuzen beschmiert und mitunter erheblich beschädigt hatten.[2] Die beiden Mädchen werden sich daher demnächst erneut vor Gericht verantworten müssen.

Quellen

[1] Verlesung des Bundeszentralregisterauszuges der Angeklagten während der Verhandlung
[2] Märkische Oderzeitung vom 13.02.2007

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