Zahlreiche Sachbeschädigungen durch FCV-Ultras/ großflächige Sprühereien

In der Nacht von Dienstag dem 18.03. auf Mittwoch den 19.03. wurden zahlreiche Gebäude in der Frankfurter Innenstadt mit Parolen der rechten Gruppierung „FCV-Ultras“ besprüht. Die zum Teil großflächigen Graffitties bis zu fünf Metern Länge richteten dabei erheblichen Sachschaden an, da vor allem intakte Fassaden bemalt wurden. Besonders betroffen ist die frisch gestaltete nördliche Oderpromenade zwischen Grenzbrücke und Topfmarkt. Gesprüht wurde aber auch am Stadion der Freundschaft, an der Rückseite des Oderturms, in der Großen Oderstraße, der Faberstraße, der Ziegelstraße und der Berliner Straße.
Die Inhalte der Parolen lassen keinen Zweifel an deren Uhrheberschaft. So befinden sich u.a. die Texte „FCV“, „FCV-Hooligans“, „FCV-Zone“, „unsere Stadt, unser Verein“, „Ruhm und Ehre dem FCV“ und „1966“, das Gründungsjahr des Fussballclubs Vorwärts Frankfurt, an den Wänden. Dabei findet das als Zeichen der rechtsextremen „White Power“- Bewegung bekannte Keltenkreuz mehrmals Verwendung.
Am Südgiebel des Gebäudekomplexes Große Oderstraße 26-28 wurden die Zeilen „FC Vorwärts FFO“ und „05.04.08 – Babelsberg angreifen“ gesprüht. Die Aufforderung bezieht sich auf das Brandenburgliga-Punktspiel des FFC Viktoria gegen den Verein SV Babelsberg 03 aus Potsdam, dessen Anhängerschaft als links gilt. Der zuständige Hausmeister übermalte die Parolen dankenswerterweise bereits.

Aufgrund inhaltlicher Übereinstimmungen in den Sprüchen könnte es sich um die selben Schmierfinken handeln die bereits Ende letzten Jahres Wände in der Klingestraße, der Fürstenberger Straße, am Klenksberg, am Stadion der Freundschaft und die Sporthalle „Am Botanischen Garten“ besprüht hatten.
Ob die Polizei der Täter habhaft werden konnte ist unbekannt.

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Rechter Szeneladen in der Lindenstraße eröffnet

* Rechter Szeneladen in Nähe der Innenstadt
* Vertrieb der rechten Modemarke „Thor Steinar“
* Etablierung eines Anlaufpunkts für Nazis

Am 07. September 2007 eröffnete in der Lindenstraße 44 ein Geschäft Namens “Nordic Company – Textilwaren”, welches ausschließlich die als extrem rechts bekannte und in Neonazikreisen beliebte Modemarke „Thor Steinar“ vertreibt. Inhaberin des Bekleidungsgeschäfts ist Beatrice Schmidt. Das Geschäft befindet sich im gleichen Gebäudekomplex wie die Kneipe “Sportlerklause”, welche in den letzten Monaten aufgrund ihres extrem rechten Publikums bereits in die Öffentlichkeit gerückt ist.

Das Sortiment sowie die Räumlichkeiten selbst sollen in den kommenden Monaten jedoch erweitert werden, da Inhaberin Beatrice Schmidt nach eigenen Angaben bereits einen großen Kundenstamm gewinnen konnte. Dies scheint nicht verwunderlich, sind die Verbindungen zur “Sportlerklause” und dessen Kundschaft doch mehr als eindeutig. An der Eingangstür des Ladengeschäfts steht “Bei Fragen und Interesse bitte in der Sportlerklause melden. Euer Team der Nordic Company.”.

„Der Frankfurt Naziszene wird durch das rechte Szenegeschäft ein weiterer legaler Anlaufpunkt geschaffen“, sagte Peter Hahn, Pressesprecher der Antifaschistischen Recherchegruppe. „Wir können nicht hinnehmen, dass sich in Frankfurt (Oder) extrem rechter Lifestyle weiter ausbreitet.” Obwohl das Geschäft erst vor wenigen Wochen eröffnet hat, ist bereits zu beobachten, dass die Marke “Thor Steinar” vermehrt im Frankfurter Stadtbild anzutreffen ist.

Die Marke “Thor Steinar” sorgt seit nunmehr vielen Monaten immer wieder für Skandale. Das ursprüngliche Logo der Marke wurde juristisch verboten, weil es ein nationalsozialistisches Emblem darstellt. “Thor Steinar” bleibt eine Kleidungsmarke die aus dem Umfeld der Nazi-Szene produziert und vertrieben wird, die sich völkischer Symbolik mit NS-Bezug bedient und hauptsächlich von Neonazis getragen wird..

Mehr Informationen zur Marke “Thor Steinar” finden Sie unter www.stop-thorsteinar.tk

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NPD bleibt hinter Erwartungen zurück

Anlässlich eines bundesweiten Aktionstages der NPD zum Gipfeltreffen der G8 bauten am 19. Mai 43 Neonazis aus mehreren Städten Ostbrandenburgs nacheinander zwei Infostände in Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt auf. Der für die Region zuständige Kreisverband Oderland der Partei nutzte den Tag in der Nachbereitung zum Abfeiern seiner derzeitigen Mitglieder- und Ausbreitungsbemühungen im Vorfeld der Brandenburger Kommunalwahlen Ende 2008. So verfügt die Partei mit der mit der Durchführung des Infostands einhergehenden Gründung des „NPD-Stützpunktes Eisenhüttenstadt“ mittlerweile über fünf Kreisverbände, zehn Ortsverbände und drei NPD- Stützpunkte. Das beabsichtigte Bild einer in Brandenburg rasant an Aktivität gewinnenden NPD muss jedoch kritisch hinterfragt werden. Die Infostände in Frankfurt (Oder) und Eisenhüttenstadt können jedenfalls kaum als Beweis für eine stärkere Verankerung der neonazistischen Partei vor Ort herhalten. Zwar gelang es, über 40 Neonazis zu den Ständen zu mobilisieren. Aus den Städten selbst kamen jedoch nur eine reichliche Hand voll Personen. Vielmehr entpuppte sich der Aktionstag als kaum beachteter Wanderzirkus langjährig aktiver NPDler aus diversen Städten Brandenburgs. Mit dabei der Landesvorsitzende Klaus Beier aus Reichenwalde, die im Landesvorstand sitzende Manuela Kokott aus Storkow, der Kreistagsabgeordnete aus Oder-Spree, Lars Beyer, der Fürstenwalder NPDler Frank Odoy nebst diversem Anhang und der Eisenhüttenstädter Jan Weiß. Offenbar zum Schutz der Infostände waren leicht verspätet noch 15 Neonazis der 2006 scheinaufgelösten Neonazikameradschaft „Lausitzer Front Guben“ (LFG) per Bahn angereist.

Roland Weiß (Bildmitte), Martin Kreusch, Björn Sielaff, Robert Noak und weitere Frankfurter NPD-Sympathisanten beim NPD-Stand am 19.Mai 2007.

Roland Weiß (Bildmitte), Martin Kreusch, Björn Sielaff, Robert Noak und weitere Frankfurter NPD-Sympathisanten beim NPD-Stand am 19.Mai 2007.

Am Frankfurter Infostand ließen sich über den Tag dann auch nur 8 Einheimische blicken. Darunter Roland Weiß, der aus Berlin zurückgekehrte André Werner, Mario Schreiber, Martin Kreusch und Björn Sielaff. Der unter antifaschistischem Protest und enormer Polizeipräsenz komplett ausbleibende Besuch von BürgerInnen am Infostand der NPD ließ ihn letztenendes nahtlos in die bisher äußerst magere Bilanz der Aktivitäten des Frankfurter Ortsverbandes einordnen. So lassen sich in den vier Monaten seit seiner Reaktivierung lediglich nächtliche Flugblatt-Verteilaktionen in die Briefkästen der Neubaugebiete Neuberesinchen und Süd feststellen. Öffentliche Wahrnehmung – Fehlanzeige. Geändert hat sich mit dem neuen Ortsverband demnach kaum etwas. Ähnliches ist in Eisenhüttenstadt zu erwarten. Im Auge muss jedoch weiterhin die zunehmende Unterstützung der NPD durch freie Kameradschaften behalten werden, durch die sich nun auch die “Lausitzer Front Guben” (LFG) hervortut. Bereits beim ersten NPD-Stand in Frankfurt (Oder) im April 2006 waren Aktivisten der LFG angereist. Die Neonazikameradschaft hatte sich aus Angst vor einem Verbot offiziell für aufgelöst erklärt ohne jedoch ihre Aktivitäten einzuschränken. Nach wiederholten Teilnahmen der Gubener an Veranstaltungen und Demonstrationen der NPD/JN scheint es inzwischen ein offenes Geheimnis, dass die LFG ihre Aktivitäten unter dem Dach der Brandenburger Jungen Nationaldemokraten (JN) fortsetzen wird. Für die derzeit in Brandenburg absolut bedeutungslose JN stellt das Kameradschaftssterben im Land die Chance dar.

Bildübersichten 1 ...

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... und 2 der Teilnehmer am NPD-Stand am 19.Mai 2007.

… und 2 der Teilnehmer am NPD-Stand am 19.Mai 2007.

Und so müht sich der junge Sebastian Seidel aus Forst, der dem derzeit einzigen Brandenburger JN-Verband vorsteht, redlich um die Anwerbung freier Nationalisten. Zumindest in der Lausitz scheint er damit inzwischen recht erfolgreich zu sein.[1] Anfang Juni verkündete er nach einem „Interessententreff“ den Eintritt von 16 Personen in die JN. Vielleicht bekommt die NPD so zukünftig auch wieder in Guben einen Fuß in die Tür.

Eine Bildübersicht aller Teilnehmer des NPD-Standes findet ihr unter http://de.indymedia.org/2007/07/187583.shtml.

Quellen

[1] Internetauftritt der JN-Spreewald am 02.06.2007

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